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GEHEN SIE NICHT VORBEI!

Nach einem Herzstillstand zählt jede Minute

Isny-Neutrauchburg – Die Klinik Schwabenland bietet am Montag, dem 08. April 2019 wieder einen Kurs über Wiederbelebungsmaßnahmen für Laien an. Kursleiter ist Prof. Dr. med. Wolfgang Dieing, Leitender Notarzt aus Isny. Der Kurs beginnt um 19.30 Uhr im Vortragssaal der Klinik.
Die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ berichtet, dass jedes Jahr mehr als 50 000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses erleiden. Zehn Prozent der Betroffenen überleben. Die Überlebensrate könnte verdoppelt, wenn nicht sogar verdreifacht werden, wenn Helfer unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten würden.  
  
 

Jeder kann Ersthelfer sein!

 
In Deutschland könnten dadurch pro Jahr bis zu 10 000 Menschenleben gerettet werden. Bis zu 60 Prozent der Fälle treten davon zu Hause auf. Cirka 45 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände werden sogar von Familienangehörigen, Freunden oder anderen Personen beobachtet.  
  
Obwohl jeder sich zum Ersthelfer eignen würde, tun es die wenigsten. Warum? Weil man nicht weiß, was man tun soll. Nachdem der Notruf abgesetzt wurde, warten viele auf den Notarzt und wissen nicht, dass für den Betroffenen wertvolle Zeit verstreicht.  
Wann ist eine Wiederbelebungsmaßnahme notwendig? Jeder Mensch der nicht reagiert und nicht normal atmet, hat einen Kreislaufstillstand. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand beginnt bereits nach nur drei bis fünf Minuten das Gehirn zu sterben.   
  
 

Prüfen – Rufen – Drücken

 
Hier sollte der Laienhelfer mit der Herzdruckmassage beginnen um die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu erhalten, bis der Notarzt eintrifft. Dies kann fünf bis zehn Minuten dauern und ist durchaus mit Krafteinsatz verbunden. Bei einer Wiederbelebungsmaßnahme kann man nichts falsch machen – außer man tut nichts.   
  
Prüfen – Rufen – Drücken. Bei der Herzdruckmassage wird in einem Rhythmus von 100 bis 120 mal pro Minute gedrückt. Die Drucktiefe sollte mindestens 5-6 cm sein und dies ohne Unterbrechung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Schon Pausen von über zehn Sekunden können zu einer Verschlechterung der Prognose führen. Das Gehirn ist auf eine regelmäßige Sauerstoffversorgung angewiesen, dies wird über die Zirkulation des Blutes erreicht. Dabei ist den meisten Ersthelfern nicht bewusst, dass gerade durch die kontinuierlich durchgeführte Herzdruckmassage deutlich mehr Sauerstoff in die Lungen kommt, als wenn die Druckmassage für eine Atemspende unterbrochen werden würde. Mit jeder Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent.  
  
 

Zwei Drittel werden wiederbelebt

 
Über die Notrufnummer 112 kann man durch den Notrufsachbearbeiter zu einer Herzdruckmassage angeleitet werden. Im Landkreis Ravensburg liegt die Wiederbelebungsquote bei 60 Prozent, da die Leitstelle den Anrufer konsequent zur Herzdruckmassage anleitet. Wer schon an einem Kurs teilgenommen hat, kommt mit der Anleitung leichter zurecht. Im Vortrag wird gezeigt wie eine Herzdruckmassage durchgeführt wird und dass dies durchaus mit viel Krafteinsatz verbunden ist. Haben Sie keine Angst vor Rippenbrüchen, die verheilen wieder.  
  
Eine weitere Möglichkeit der Reanimation ist der Einsatz eines Defibrillators (AED). Im Vortrag wird dies gezeigt. Öffentliche Einrichtungen wie Banken, Geschäfte oder Bahnhöfe sind damit schon ausgestattet.  
  
Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Der Kurs ist kostenlos.  
  
Pressemeldung vom 13.03.2019.  
  
 
Veröffentlicht am: 01.04.2019  /  News-Bereich: News vom Träger
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