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PRESSEMELDUNG DES BDPK

Familien vor Folgen der Krise schützen

Berlin – Bei Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern nehmen psychische und 
psychosomatische Beschwerden in Folge der Corona-Pandemie dramatisch zu.
 
Mit Reha- und Vorsorge-Maßnahmen könnte Erkrankungen wirksam begegnet werden, doch die Ausgaben der Krankenkassen und der Rentenversicherung für Reha und Vorsorge von 
Müttern, Vätern, Kindern und Jugendlichen sind im vergangenen Jahr um mehr als ein 
Drittel gesunken. Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) fordert jetzt von der 
Politik ein entschiedenes Gegenlenken.  
  
 

Psychische Auffälligkeiten haben zugenommen

 
Mehrere aktuelle wissenschaftliche Studien belegen, dass ein Jahr nach Beginn der Corona- 
Pandemie in Deutschland jedes dritte Kind zwischen sieben und 17 Jahren psychische 
Auffälligkeiten zeigt. Überdies ernähren sich Kinder und Jugendliche zunehmend ungesund 
und bewegen sich immer weniger: Zehnmal mehr als vor der Pandemie machen überhaupt 
keinen Sport mehr. Kinder-und Jugendmediziner warnen vor den schwerwiegenden Folgen 
dieser Entwicklung für die körperliche Gesundheit und die Psyche von Kindern und 
Jugendlichen. Gleiches gilt auch für Mütter und Väter, bei denen die Krise durch 
Homeschooling, Homeoffice und finanzielle Probleme immer häufiger zu Erschöpfung und 
Resignation führt.  
  
Obwohl Reha- und Vorsorgeeinrichtungen belasteten Familien mit speziell entwickelten 
Behandlungsprogrammen professionelle Hilfen bieten, gehen ihre Belegungszahlen massiv 
zurück: Im Jahr 2020 bekamen rund 40.000 Mütter, Väter und Kinder weniger als im Vorjahr 
eine Reha- oder Vorsorgemaßnahme von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Die kürzlich veröffentlichte GKV-Jahresstatistik belegt einen Ausgabenrückgang um fast 35 Prozent.   
  
 

Zu wenig Familien beantragen eine Reha

 
In der Rentenversicherung beträgt der Antragsrückgang in der Kinder- und Jugendlichen- 
Rehabilitation über 40 Prozent.  
  
Angesichts dieses massiven Rückgangs geraten auch die über 200 deutschen Reha- und 
Vorsorgeeinrichtungen für Mütter, Väter und Kinder sowie für Kinder und Jugendliche in 
eine bedrohliche wirtschaftliche Schieflage. Ihr Umsatz ist um weit mehr als ein Drittel 
gesunken und die Corona-Hilfen reichen nicht aus, um die ohnehin seit Jahren mit zu 
geringen Vergütungssätzen ausgestatteten Einrichtungen durch die Pandemie zu bringen.  
  
Hinzu kommt, dass der von den Krankenkassen zu zahlende Corona-Zuschlag für 
pandemiebedingte Mehrkosten in den Einrichtungen immer noch nicht angekommen ist, 
obwohl dieser mit dem Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) 
bereits im November 2020 gesetzlich beschlossen wurde. Die Krankenkassen verweigern die dazu erforderlichen Verhandlungen mit den Reha- und Vorsorgeeinrichtungen oder deren 
Verbänden wegen angeblich zu unkonkreter gesetzlicher Grundlagen.  
  
Behandlungen in Reha- und Vorsorgeeinrichtungen wirken spezifischen Gesundheitsrisiken und bestehenden Erkrankungen von Müttern, Vätern, Kindern und Jugendlichen effektiv entgegen.Damit die Versorgung der Familien in Pandemiezeiten und auch danach gesichert ist, ruft der BDPK die Politik dazu auf, die Reha- und Vorsorgeeinrichtungen für Mütter, Väter und Kinder sowie Kinder und Jugendliche zu stärken. Dazu gehört es auch, eine gesetzliche Grundlage für die Verhandlungen über den Corona-Zuschlag zwischen Krankenkassen und den Reha- und Vorsorge-Leistungserbringern zu schaffen und die Ausgleichszahlungen nach § 111 d SGB V, die per Verordnung vorerst bis zum 31. Mai verlängert wurden, bei Andauern der Pandemie bis Ende dieses Jahres zu verlängern.  
  
 

Hintergrundinformationen

 
  • In Deutschland leben 11,1 Mio. Kinder und Jugendliche bei 6,5 Mio. Elternpaaren, 1,3 Mio. 
    alleinerziehenden Müttern und 180.000 alleinerziehenden Vätern. 
  • COPSY-Studie: Kinder und Jugendliche leiden psychisch weiterhin stark unter Corona- 
    Pandemie 
    https://www.uke.de/allgemein/presse/pressemitteilungen/detailseite_104081.html 
  • Covid-Kids Studie: Lebenszufriedenheit von Kindern und Jugendlichen stark gesunken 
    https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereichsozialwissenschaften/ 
    erziehungswissenschaft/abteilungen/sozialpaedagogik/forschungsprojekte/aktuelleforschungsprojekte/ 
    covid-kids/ 
  • Umfrage des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung: Eltern sind stärker belastet als Kinderlose https://www.bib.bund.de/DE/Service/Presse/2020/2020-07-Eltern-waehrend-der-Corona-Krise.html?nn=9755196 
  • Nach den am 09.03.2020 vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veröffentlichten 
    vorläufigen Finanzergebnissen für 2020 hat die GKV für Reha und Vorsorge 580 Mio. Euro ( = 
    15,2 Prozent) weniger ausgegeben als 2019. Bei den Maßnahmen für Mütter, Väter und 
    Kinder betrug der Ausgabenrückgang 34,6 Prozent
  
  
 
  
  
 
Info 
Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK) vertritt seit über 70 Jahren die Interessen von mehr als 1.300 Krankenhäusern sowie Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen in privater Trägerschaft. Als 
deutschlandweit agierender Spitzenverband setzt er sich für eine qualitativ hochwertige, innovative und wirtschaftliche Patientenversorgung in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken ein.  
  
 
Ihre Ansprechpartnerin
 
Katrin Giese 
Pressesprecherin des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken e.V. 
Friedrichstraße 60, 10117 Berlin 
Tel.: 030 2400899-0 
mailto: presse@bdpk.de 
www.bdpk.de  
  
 
Pressemeldung vom 30.3.2021 
Veröffentlicht am: 31.03.2021  /  News-Bereich: News vom Träger
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