Kliniktalk feiert erfolgreiche Premiere

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Kliniktalk „Lebenswege“ feiert erfolgreiche Premiere mit Ex-Skispringer Maximilian Mechler

Ex-Skispringer Maximilian Mechler plaudert bei der Premiere des „Kliniktalk Lebenswege“ über sein Leben im Spitzensport

Mit rund 100 Gästen feiert die Rehaklinik Bad Wurzach die erfolgreiche Premiere ihres neuen Veranstaltungsformats „Kliniktalk Lebenswege“. Zu Gast ist der ehemalige Skispringer Maximilian Mechler aus Isny. Im Gespräch mit Moderator und Klinikleitungsreferent Christof Folkerts spricht der Sportler mal humorvoll, mal tiefgründig  über seinen außergewöhnlichen Lebensweg. Unter den Gästen befinden sich Patienten, Mitarbeitende sowie zahlreiche interessierte Besucher aus der Region.

Die Leidenschaft für den Wintersport wurde Maximilian Mechler in die Wiege gelegt: Sein Vater Sepp Mechler war viele Jahre Vorsitzender des WSV Isny. „Mit fünf Jahren hab‘ ich mit Skispringen angefangen“, sagt Maximilian Mechler auf der kleinen Bühne im Foyer der Klinik und fügt an: „Es ist bis heute meine Leidenschaft.“ Der ehemalige Spitzensportler erinnere sich mit großer Dankbarkeit daran, wie sein Vater gemeinsam mit Vereinsmitgliedern die Hasenberg-Schanzen in Isny in Eigenleistung errichtete.

Nach seinen ersten Skiversuchen im Kindergartenalter folgt in der Jugend eine beeindruckende Karriere: Als eines der größten Talente des deutschen Skispringens gilt Mechler früh als möglicher Nachfolger von Martin Schmitt und Sven Hannawald. „Mit 15 hatte ich eine super Saison“, erinnert sich der Isnyer und schmunzelt: „Zu der Zeit war der große Schmitt-Hannawald-Hype. Das waren wilde Zeiten.“ Mit gerade einmal 19 Jahren schafft er dann den Sprung in die Weltspitze.

Doch auf die ersten großen Erfolge folgt eine schwierige Zeit, wie der heute 42-Jährige im Interview berichtet. In der Saison 2005/2006 rutscht Mechler sportlich bis in die zweite und dritte Leistungsklasse ab. Statt aufzugeben, entscheidet er sich jedoch für einen Neuanfang. Nach einem Wohnortwechsel und der bewussten Rückbesinnung auf seine eigenen Stärken kämpft er sich Schritt für Schritt zurück. 6 Jahre später gelingt ihm die Rückkehr in die erweiterte Weltspitze. Den Höhepunkt seiner aktiven Laufbahn erreicht er mit der Silbermedaille im Teamspringen bei der Weltmeisterschaft 2012.

Für besondere Aufmerksamkeit beim Publikum sorgt die Schilderung, zu lernen, sich selbst nicht allein durch seine Leistung zu identifizieren. „War der Skisprung-Tag gut, ging es mir auch gut. Sonst nicht“, gibt Mechler Einblick in seine damalige Gefühlswelt. Entscheidend sei gewesen, das Skispringen nicht mit seinem eigenen Selbstwertgefühl gleichzusetzen. Statt sich ausschließlich über sportliche Ergebnisse zu definieren, habe er gelernt, dies zu trennen.

Rückblickend könne er heute dankbar auf seine Laufbahn schauen. Zwar habe er nicht alle ganz großen sportlichen Titel erreicht, dennoch passe sein Weg für ihn. Und warum er damals nie ernsthaft ans Aufhören gedacht habe? „Skispringen war mein Leben“, erklärt Mechler. Den Kopf in den Sand zu stecken, sei für ihn nie eine Option gewesen. Rückschläge habe er als Teil des Sports verstanden.

Heute arbeitet Maximilian Mechler als Stützpunkttrainer der deutschen Skispringer in Oberstdorf und begleitet dort einige der besten Athleten Deutschlands. Auch privat bleibt das Skispringen ein fester Bestandteil seines Lebens. Mit einem Lächeln berichtete Mechler, dass sowohl seine Tochter (6) als auch sein Sohn (7) bereits ihre ersten Sprünge absolviert haben.

Offene Fragerunde mit dem Publikum

Im Anschluss nutzten einige Gäste die Gelegenheit, um Fragen zu stellen. Dabei ging es unter anderem um den Einfluss von Social Media auf den Spitzensport. Mechler stimmt zu, dass soziale Medien heute fester Bestandteil der Vermarktung seien und Sponsoren zunehmend Reichweite erwarteten. Deshalb müssten sich bereits junge Athleten frühzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen.

Auch die aktuell viel diskutierten Skisprunganzüge sorgen bei einem Besucher für Interesse. Schmunzelnd erklärt Mechler, dass die ständig wechselnden Reglements die Entwicklung des Materials nicht einfacher machten: „Jedes Jahr geht das Tüfteln erneut los“. Gleichzeitig gebe es Nationen, die näher an die Grenzen des Erlaubten gingen – oder diese auch überschritten. Für die kommende Wintersaison zeigt er sich optimistisch, dass die deutsche Mannschaft gut vorbereitet sei.

Nächster Kliniktalk im August

Nach der gelungenen Premiere wird der Kliniktalk „Lebenswege“ fortgesetzt. Am Mittwoch, 26. August 2026, um 19:30 Uhr ist Ellio Schneider, langjähriger Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken, zu Gast in der Rehaklinik Bad Wurzach. Nach mehr als 30 Jahren an der Spitze eines der größten privaten Klinikverbünde Deutschlands wird er Ende August in den Ruhestand wechseln und an diesem Abend persönliche Einblicke in seinen Lebensweg geben.

Mit dem neuen Kliniktalk möchte die Rehaklinik Bad Wurzach Menschen vorstellen, deren Lebenswege von Herausforderungen, Rückschlägen und Erfolgen geprägt sind. Die persönlichen Geschichten sollen Mut machen, Hoffnung geben und zeigen, dass sich Ausdauer und der Glaube an die eigenen Stärken lohnen – Werte, die auch den Alltag in der medizinischen Rehabilitation prägen.